KNIVES AND PENS
by Black veil Brides
Alone at last, we can sit and fight.
And I’ve lost all faith in this blurring light,
But stay right here we can change our plight.
We’re storming through this despite what’s right.
Einsam. Allein. Wie immer. Er saß in seinem Zimmer, dachte an die vergangenen Tage. Auch die hatte er einsam verbracht. Selbst in der Schule war er allein. Sobald er den Klassenraum betrat, begann für ihn die Hölle. »Schwuchtel!«, »Du lebst ja noch!«, »Bring dich um, du Emo!« Jeden Tag. Nur weil er anders war? Er verstand es nicht. War es denn so schlimm, anders zu sein, als die anderen? Er wollte nicht mehr alleine sein. Es war genug für ihn. Er verlor den Glauben, die Hoffnung verschwamm vor seinen Augen, verwischt, verschwunden. Immer wieder wollte er sich rächen, hatte oft mit den Gedanken gespielt, es ihnen einfach zurückzuzahlen. Er war nicht schwach – im Gegenteil. Bis jetzt hatte er alles ausgehalten. Irgendwie. Irgendwie aber auch nicht.
One final fight, for this tonight.
Woah…
With knives and pens we made our plight.
Vielleicht seine letzte Nacht. Der Kampf gegen sein Inneres. Gegen seine zersplitterte Seele, die nach Erlösung schrie. Gegen sein Herz, das zerbrechen wollte. Nur sein Kopf, der ihm sagte: »Junge, du musst leben!« Er betrachtete seine Arme, seine Beine – voller Narben. Er hatte keinen anderen Ausweg gesehen. Verzweifelt griff er nach einem Buch, das neben ihm auf dem Boden lag, und warf es mit ganzer Kraft gegen die Wand. Es war genug. Es war genug. Er setzte sich an seinen Schreibtisch, schlug sein Tagebuch auf und schrieb.
Lay your heart down the ends in sight.
Conscience begs for you to do what’s right.
Everyday it’s still the same dull knife,
Stab it through and justify your pride.
»Bald ist alles vorbei. Es ist genug. Niemand versteht mich. Niemand versteht meinen Stolz, meine Prinzipien.« Sein Gewissen sagte ihm, dass er hier bleiben sollte, doch er war entschlossen zu gehen. Er zerbrach sein vernarbtes Herz, verteilte das Blut an den Wänden. Nun brauchte er es nicht mehr – das Ende war in Sicht.
One final fight, for this tonight.
Woah…
With knives and pens we made our plight.
Woah…
And I can’t go on without your love, you lost, you never held on.
We tried out best… Turn out the light,
Turn out the light.
Er wollte doch nur geliebt werden, mehr nicht. Aber niemand konnte es. Er hatte alles versucht, alles getan, doch er wollte sich nicht verbiegen. Nie wollte er sich oder andere belügen. War es so falsch ehrlich zu sein? War es so falsch, man selbst zu sein?
One final fight, for this tonight.
Woah…
With knives and pens we made our plight.
Woah…
Die Nacht war vorbei. Die finale Nacht, der Finale Kampf. Zu spät. Ein Kampf, der nur verloren werden konnte.
And I can’t go on without your love, you lost, you never held on.
We tried out best… Turn out the light,
Turn out the light.
Er legte den Stift nieder. Tränen perlten wie matt schimmernde Diamanten seine Wangen hinab. Das Messer, das ihn die ganze Zeit begleitet hatte, in der Hand, sah er ein letztes Mal hinaus. Hinaus in eine Welt voller Sonnenschein und Masken. Eine Welt, bestehend aus Lügen. Wer war schon noch ehrlich? Er war es gewesen und sein Lohn, war die Verachtung und Einsamkeit – das Schlimmste, was die Welt zu bieten hat. Zögernd schloss er die Vorhänge, bannte die Strahlen der Sonne. Ein Ende im Dunkeln. Ein Ende, das niemanden wirklich interessieren würde. Eine Erlösung? Er wusste es nicht. Er wusste nur, dass es für ihn an der Zeit war, das Licht auszuschalten.




